von kosmonauten und raketenbauern
2008-11-16
als ich kind war, da hat jeder um mich herum, mich eingeschlossen, davon geträumt, kosmonaut zu werden. ich vielleicht nicht so viel, die anderen haben die ganze zeit davon geschwärmt, wie der onkel yuriy gagarin gen himmel zu schauen. ich hab mich das auch immer herrlich vorgestellt, die schwerelosigkeit, den ausblick auf die erde, und die einsamkeit des weltalls. ganz einsam, nur du und deine rakete. darauf muss man sich vorbereiten, auf diese zweisame einsamkeit, und das kann man dann auch gut. denn auf hunderte kilometer um den Baikonur ist alles steppe, einsam und friedlich. der sonne beim auf- und untergehen zusehen ist in der steppe, vom riesigen himmel umhüllt, das ist etwas wundervolles. als ich ca. 18 war, hat meine mutter mir mal ein paar ihrer alten tagebuch-aufzeichnungen vorgelesen. da stand dann sowas wie
"Konstantin ist jetzt 6. er kommt vom spielen draußen und sagt: 'ich will gar kein kosmonaut werden. die kosmonauten sitzen nur und werden von raketen geflogen. ich will lieber die raketen bauen. und wenn sie abstürzen, dann baue ich halt neue.'"anscheinend also habe ich also noch eine viel engere verbindung zum baikonur gehabt, als zum weltall. und zum bauen. so bin ich also werkzeugmacher und architekt geworden. solche Baikonur-erinnerungen werden einem manchmal ganz sanft ins gedächtnis gerufen.