wieder visionär sein
2009-04-23
habe mich heute daran erinnert, das bei irek noch immer meine ordner mit den beschreibungen des enijama-rollenspiels liegen. wenn er sie bei einem der umzüge noch nicht weggeschmissen hat - hoffentlich!
und dann dachte ich an bruce sterling und sein blog "beyond the beyond", das ich schon seit einer weile abonniert habe per rss. es ist eine salve crazy shit nach der anderen. für mich ist es sehr schwer mitzukommmen, er schreibt ja meistens nur stichworte, zu themen, die ich kaum verfolge.
die beiden gedanken zusammengenommen brachten mich zu einem dritten. dass ich nämlich schon länger nicht visionär gedacht habe. es ist die art, die welt zu sehen, die mir fehlt. erst einmal unabhängig davon, ob etwas dabei heraus erschaffen wird oder nicht. so etwas hatte ich beim enijama schreiben. oder in der zeit in china.
ich vermisse diese wirren gedanken. im moment drehe ich mich im eigenen saft, schreibe über artefakte, über erinnerungen, beschäftige mich mit mir selbst und meinen erinnerungen. klammere mich an objekte, wachse zu mit besitztum, achte verstärkt auf statussymbole, spüre zunehmend verlustangst. genau in diese richtung will ich nicht.
was ist aus dem spartanischen geworden? dem entsagen von luxus. dem spontanen ausbrechen aus dem alltag. den reisen. der (scheinbar) zufälligen begegnung mit spannenden leuten. die energie lag im rastlosen, und sie habe ich verwandelt in schöpferisches.
vielleicht fehlt es mir auch einfach an input. vielleicht ist eine zeit der ruhe und gediegenheit gekommen, um daraus wieder kraft zu schöpfen weiter zu schauen und zu sehen. hoffentlich liegt die kraft in der ruhe. wir werden sehen.