zwischen lernen und pauken

 

ich bin wieder bei Illian, der sich final auf seine letzte prüfung des ersten staatsexamens vorbereitet. biologie ist auf dem programm. meine aufgabe dabei ist etwas schwammig - ich helfe ihm, inhalte zu strukturieren, recherchiere zu bestimmten themen, die er noch nicht behandelt hat.

dabei merke ich wieder, wie ich eigentlich lerne.

  1. bildlich ich mache skizzen, diagramme, pläne, strukturbäume, um mir einen überblick zu verschaffen. ich male mir orte auf, an denen das geschehen stattfindet. ich male mir aber auch das geschehen selbst auf, oder zusammenhänge.
  2. begrifflich wort-definitionen sind für mich ganz wichtig. wir akteure stelle ich einzelne stoffe, zellen, organe auf. sie sind die handelnden. sie erleben dramen, action und kriminalgeschichten. eigenschaften von objekten sind für mich charaktereigenschaften.
  3. dramaturgisch wenn ich etwas als geschichte erzählen kann, kann ich es mir wesentlich einfacher merken. selbst wenn die geschichte "in der realen welt" keinen sinn machen würde. das immunsystem wird dann zu einem thriller, irgendwo zwischen einem krimi und einem film über terroranschläge. der gleichgewichtssinn ist verpackt in einen flugzeug-katastrophenfilm.
  4. iterativ ich brauche mehrere durchläufe, um einen bereich zu verstehen. dabei muss ich mir erst einen überblick verschaffen, und dann nach und nach in die details gehen, wobei ich zwischendurch immer wieder zum überblick zurück muss.
  5. Illian geht das ähnlich. er ist in bestimmten aspekten noch viel visueller und verspielter. er muss zum beispiel die texte, die er auf digitale karteikärtchen schreibt, ganz bunt auszeichnen. er erinnert sich dann oft an das gesamtbild einer kartei, auch wenn sie nur aus text besteht. das kann ich als alter typograph gut verstehen. Tamims Cobocards wären was für Illian, wenn man dort so mit schrift umgehen könnte.

    Und ich merke: lernen (also ohne gleich daraus zu produzieren) macht auch richtig spaß. wenn die zeit bei Illian nicht so drängen würde ...

Comments:

Tamim am 2008-12-16

Du schreibst, dass dein Freund digitale Lernkärtchen benutzt.
Welche sind das denn?

Eine App?


Konstantin am 2008-12-16

nope, er macht einfach superlange Textedit-dateien.
er hat ein riesen-X in eine datei gemacht, das ist seine höhen-messlatte. dann vergleicht er, ob er mehr zeilen hat, als das X hoch ist, und bleibt drunter. jede karte wird separat ausgedruckt auf A4, also totale papierverschwendung.
obwohl das alles sehr umständlich ist für ihn, hat Textedit ein feature, ohne das Illian nicht auskommt: Illian kann den text mit verschiedenen farben formatieren. alle möglichen fachbegriffe bekommen bei ihm eine andere farbe + er macht die begriffe zwei schriftgrößen größer (mit dem kürzel apfel und "+"). und damit ist er superschnell. als ergebnis hat er ein kärtchen, das er anhand seines aussehens merkt, sozusagen des "typografischen gemäldes".
ich wollte ihm deine cobocards vorschlagen, aber das textauszeichnen hätte er bei dir nicht machen können. ich hab mich erinnert, dass du dieses feature integrieren wolltest, aber für Illian wäre es zu spät. er hat morgen seine letzte examens-prüfung.

hoffe die info hilft dir weiter.


Tamim am 2008-12-16

Ich denke jeder hat halt so seine eigene Art.
Das ist natürlich schon sehr spezifisch.

Ich kann z.B. auch sehr schnell mit xPad arbeiten. Tolles Programm.
Das übersichtlichere TextEdit eigentlich.

Wir arbeiten gerade am Editor, da wird sich also noch was tun.
Aber so stark wie ein Desktopeditor können wir nochnicht werden.
Da sind die Online WYSIWYG Editoren noch nicht weit genug.

Danke für die Info


Konstantin am 2008-12-16

jep, gern. dafür schreib ich ja ins blog ;-)


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