nur 2 std. am tag schlafen

 

wow. ich habe nicht gewusst, dass man tatsächlich mit nur 2 stunden schlaf am tag auskommen kann. und zwar ohne produktivität zu verlieren. die leute, die es ausprobiert haben, erzählen davon, dass man so viel geschafft kriegt, dass man langeweile bewältigen muss. kurz formuliert: man macht nur 20-min-"nickerchen", aber das exakt alle 4 stunden (also insg. 6 mal am tag).

ob ich lust habe so zu leben ist eine andere geschichte. ich hätte aber lust das mal auszuprobieren. die gelegenheit dazu werde ich vielleicht eines tages haben.

Comments:

ben_ am 2009-07-24

"vielleicht eines tages" … *grins*


Konstantin am 2009-07-25

ich sag mal so: wenn ich nicht einen job hätte, bei dem ich durch meetings und workshops keine nickerchen zwischendurch machen kann, und wenn ich nicht in ca. 4,5 monaten ein kleines geschöpf erwarte, dann würde ich sofort damit anfangen. aber das musst du mir leider so glauben.


fym am 2009-07-26

Polyphasic Sleep kann eine wunderbar verwirrende Erfahrung sein. Ist aber aufgrund gesellschaftlicher Konventionen nicht durchzuhalten. Aber wer weiß, wenn die Arbeitslosigkeit kommen sollte, dann kann man das vielleicht mal richtig durchziehen. Viel interessanter erschien mir übrigens in dem Zusammenhang damals die Aussicht auf Klarträume. Hach, wie toll wäre das denn?


Konstantin am 2009-07-26

klarträume sind allerdings etwas wunderbares. da fällt mir auf, dass ich schon lange keine gehabt habe.
wie kamst du denn zu deinen klarträumen? war das gewollt, oder ist das spontan aufgetreten? ich konnte es aus deinem post nicht ganz herauslesen. wie cool übrigens, dass du den polyphasischen schlaf schon kennst!

in meiner studentenzeit habe ich "unfreiwillig" schlafexperimente gemacht. damals war mein leben noch wesentlich chaotischer, bei projektabgaben war ich immer knapp dran, und daher habe ich so manche nächte durchgemacht. mit kurzen schlafpausen hielten wir und einigermaßen arbeitsfähig.

beim arbeiten habe ich beobachtet, dass meine gedanken ab und zu abdrifteten. ich fing an zu träumen, obwohl ich eigentlich wach war. in den nickerchen-pausen dann fing ich sofort an zu träumen und träumte immer noch, wenn ich mich wieder aufweckte. dieser wechsel zwischen traum-wahrnehmung und wachrealität-wahrnehmung war so fließend, war so leicht und schnell, dass ich mich teilweise nicht erinnern konnte, ob ich in den zwei vorherigen stunden geschlafen, wachgeträumt, oder gar nicht geträumt habe.

dieser polyphasische schlaf scheint etwas sehr ähnliches zu bewirken, ohne dass man aber nach 3 tagen k.o. ist.
die studentenerfahrungen sind also ne riesige motivation, das mal auszuprobieren.


fym am 2009-07-28

Es waren bei mir leider keine wirklichen Klarträume. Das war ähnlich wie bei dir, war nicht beabsichtigt und kam auf einmal. Zum ohnehin abgedrehten Schlafrhythmus kamen zusätzliche Nachtschichten (Hausarbeiten schreiben ect.), die dann schlußendlich dafür sorgten, dass ich ein paar Tage lang nur alle vier, fünf Stunden für mehrere aufeinanderfolgende Intervalle (je so um die 10-20 Minuten, würde ich schätzen, mit 1-2 Minuten "Wach"phasen dazwischen) "geschlafen" habe, dabei aber so intensiv träumte, wie ich es bisher nicht mehr erlebt habe.

Verwirrend war das zu Anfang deshalb, weil bei mir auch die klare Unterscheidung zwischen Wachsein und Schlaf/Träumen zerbrochen und fließend ineinander griff. Im Eintrag damals hatte ich das ja mit Traum-Episoden bezeichnet. Wirkliche Klarträume waren das wohl nicht, weil ich - obwohl ich stets auf Gefühlsebene irgendwie "wusste", dass das jetzt wohl ein Traum sei - sie nicht bewusst beeinflussen konnte. Die "Wach"phasen, obwohl sie auch gefühlsmäßig dem Traum nahekamen, hatten dann häufig den Charakter einer fließenden, nicht harten, Unterbrechung. In der konnte ich dann "bewusst" entscheiden, ob ich vollends aufwachen sollte oder lieber weiterträumen. Und "weiterträumen" sagt man so leicht, aber das war wortwörtlich so. Bei entsprechender Entscheidung ging's einfach nahtlos weiter.

Lässt sich alles nicht so passend in Worte fügen. War insgesamt zuerst eine verwirrende, nach kurzer Eingewöhnung dann allerdings auch eine wunderbare Erfahrung. Wie gesagt, in der Art habe ich bisher nicht mehr "geschlafen". Eigentlich schade.


BLCKCOP am 10.11.2010

wie? man kann mit 2 stunden schlaf am tag leben? ich meins ernst jetzt auf monate gerechnet, das überlebt man ohne ins koma zu fallen oder Ähnliches??? aha...


Konstantin am 10.11.2010

Wie schon beschrieben, ich hab's selbst nicht ausprobiert. Die Quellen haben es 6 Monate lang gemacht. Das ist erstmal noch eine recht "kurze" Zeit. Viele Vegetarier z.B. kriegen Gesundheitsprobleme erst nach 2-4 Jahren, wenn ihre Ernährung nicht ausgewogen ist.


Jack am 2011-08-14

Ich denke 2 Stunden übern Tag verteilt schlafen ist kein Problem, der Körper gewöhnt sich dran und holt sich wenn nötig seinen Schlafen...die Frage ist über welchen Zeitraum sich das Aushalten lässt und zu welchen "Ausfallerscheinungen" in punto Wesensveränderung es kommt...kein Mensch kann mir erzählen, das er leistungsfähiger ist,nur weil er mit 2 Stunden schlafen auskommen kann... Ich persönlich wäre froh endlich mal wieder über mehrere Nächte 8 Stunden am Stück schlafen zu können


Zarphir am 2011-09-25

Hallo, es ist erstmal grundlegend falsch, davon auszugehen, dass Schlaf eine regenerative Wirkung hat. Es gibt zwei Theorien zu schlaf:

  1. Regenerative Theorien: Wir schlafen, weil unser Körper sich regenerien muss (Plump ausgedrückt)
  2. Circadiane Theorien: Wir schlafen, weil wir es können. Soll heißen: Wir haben die nötige Zeit, um uns auszuruhen. Zudem ist es eine Schutzfunktion, damit wir Nachts keine "Dummheiten" anstellen oder uns verletzen, da unsere Augen nicht für die Nachtaktivität geschaffen sind. Schlaf ist also ein Überbleibsel aus "sehr vergangenen Zeiten"

Was spricht für Regenerative Theorien? Um es auf den Punkt zu geben: Schlaf hat eine regenerative Funktion. Jedes Lebewesen hat Methoden entwickelt, um zu schlafen. Sogar Delfine schlafen, jeweils mit einer Hirnhälfte.

Was spricht gegen Regenerative Theorien und für circadiane Theorien? Die unterschiedliche Schlafdauer bei Tieren. Warum schlafen Fluchttiere wie Pferde nur 1,5 Stunden und Löwen 23 Stunden, oder auch mal 4 Tage am Stück? Es gibt einfach keinen logischen Zusammenhang zwischen einer Regeneration und der realen Schlafdauer.

Was aktuelle Schlafstudien zeigen: Die Forschung widmet sich dem Schlaf viel Zeit und bekommt doch sehr wenige Ergebnisse.

Eine SEHR kurze Zusammenfassung:

  • REM-Schlaf ist nach heutiger Sicht glänzlich überflüssig; Probandinnen und Probanden wurden über Wochen hinweg zu beginn ihrer REM-Schlafphase aufgeweckt und sollten dann 15 Minuten aktiv sein, ehe sie wieder schlafen durften. So wurde der REM-Schlaf glänzlich entzogen, ohne dass andere Schlafstadien depriviert wurden. Die Ergebnisse sind eindeutig: Keiner der Versuchspersonen hatte auch nur die geringsten physischen (z.B. motorische) oder psychischen (z.B. kognitive) Defizite. Ursache mag sein, dass das Gehirn so aktiv ist wie in Wachphasen und nur die Muskeln (abgesehen vom Zilliarmuskel) lahm gelegt werden. Das heißt, wir sind quasi fast wach.
  • Delta-Schlaf scheint regenerative Effekte zu haben; Leider weiß die wissenschaft noch nicht allzu viel über die Schlafphase 4 oder auch Deltaschlaf genannt. Allerdings entwickeln Versuchspersonnen erhebliche psychische Defizite, sofern sie in Schlafphase 4 geweckt werden und diese dauerhaft depriviert wird.

Wieviel Schlaf braucht ein Mensch? Um es kurz zu machen: Mehrere Studien zeigen, dass man Menschen darauf trainieren kann, nur 4 Stunden am Stück (manche 4,5 Stunden) zu schlafen, ohne besondere Defizite zu erleiden (sehr leichte Hördefizite).

Weitere Studien zu polyphasischen Schlafzyklen zeigen, dass zum Teil nur 1,5 Stunden Schlaf - alle vier Stunden je 15 Minuten - ausreichend sind. Manche Versuchspersonen brauche auch 20 oder 25 Minuten schlaf pro Schlafzyklus, aber nicht mehr. Diese Studien zeigen erstens, dass es keinerlei physische oder psychische Defizite, abgesehen von sehr leichten Hördefiziten, gibt und zweitens, dass sich REM- und Deltaschlafphasen meistens abwechseln. Das heißt, je Schlafzyklus gibt es entweder eine vollständige Deltaschlafphase, oder eine REM-Schlafphase. Zudem ist es möglich, die Schlafzyklen auch mal um einige Stunden nach hinten zu verschieben, ohne Defizite zu erleiden - es ist also nicht so, wie im o.g. Artikel der Fall, dass man strikt alle 4 Stunden schlafen muss. Leonardo Da Vinci hat auf ebensolche Weise geschlafen. Für alle, die es ausprobieren wollen: Die ersten zwei Wochen sollen sehr schwierig sein, danach soll sich der Körper aber relativ schnell daran gewöhnen.

Und noch ein abschließendes Wort: Das Gehirn ist plastisch, und das ein leben Lang. Wir passen uns an sehr viele Gegebenheiten an, können vieles lernen und in vielem effektiver werden. Auch beim schlafen können wir effektiver werden. Auch, wenn es vielleicht schwer fällt. :-)


ben_ am 2011-09-26

@Zaphir: Aber! Schlafen macht doch Spaß!

Ihr Götter, wie gerne ich schlafe!


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