der weg nach oben
2009-08-24
es gibt augenblicke, in denen ich mich frage, warum ich eigentlich diesen sport mache: klettern. es gibt tage, da kommen diese augenblicke der frage recht häufig. warum klettere ich?

manche klettern, weil sie die höhe spüren. das gefühl, auf großer höhe zu sein, gibt ihnen adrenalin. ein wenig höhenangst ist dabei, die sie überwinden. ich bin total "höhenunempfindlich". mir macht höhe so gut wie nichts aus, also macht es auch nichts mit mir. früher bin ich als dachdecker auf mehrstöckigen gebäuden ohne sicherheitsgeländer rumgelaufen ohne jedwede schwindelgefühle.
manche leute sind so schlank gebaut, dass sie keine probleme zu haben scheinen, ihr gewicht nach oben zu befördern. ich habe das gefühl, ständig 10 kilo zu viel mit mir rumzuschleppen.
neulich dachte ich: vielleicht hat das schicksal mich zum klettern gebracht, um mich demut zu lehren. weil mir dieser sport nicht leicht fällt, wie sonst so vieles im leben. weil ich innerhalb meiner klettergruppe der schwächste bin, wo ich sonst häufig zu den besten gehöre. wo die erfolge sich nicht schnell einstellen. geduld brauche ich dafür. ich lerne, an kleinen fortschritten freude zu empfinden. und ab und zu gibt es sie, diese augenblicke, an denen das gefühl der zufriedenheit kommt.