Stadtströme

 

Srömen. Erschöpfen. Stimmen. Dächer. Sirenenlichter. Wege. Bauten. Wogen. Flut. Sterne. Fahnen. Glas. Leuchten. Reflektionen. Lächeln. Neugier. Weit geöffnete Augen. Funkeln. Berührt werden. Weiter strömen.

Giant von the bad plus. Ich werde dieses Musikstück nicht aus meinem inneren Ohr los. Es begleitet mich seit Stunden, seit Tagen. Und damit verbunden - Bilder. Bilder der Stadt. Bilder von uns.

Die Stadt. Sie ist lebendig. Menschen bewegen sich. Sie pendeln. Es zieht sie irgendwohin. Es zieht sie von A nach B. Von B nach D. Von Z nach Y nach A. Sie strömen. Sie strömen stetig. Dann mit Unterbrechung. Dann plötzlich hektisch. Dann Stillstand. Dann wieder weiter. Die Menschen. Sie reiben sich aneinander. Sie quetschen sich durch enge Gassen und Metroröhren. Sie kümmern sich nicht um andere, und sind doch ständig in Berührung mit ihnen. Die Menschen. Sie sehen einander nicht an. Sie suchen die Ruhe in der Weite. Alltagshektik. Alltagstrott. Alltagspendeln. Da ein Blick. Der Blick in die Ferne. Auf die Berge? Auf's Meer? Da ein Blick. Ein Blick in die Augen eines anderen. Zufällig? Keine Zeit. Und weiter. Man wird getrieben. Und treibt selbst. Treibt an. Treibt wohin? Die Menschen reiben sich an einander. Reiben sich aneinander auf. Reiben sich wund. Lecken ihre Wunden. Und strömen weiter. Manche geschmeidig. Andere angriffslustig. Es ist eng. Jedes Ego braucht mehr Platz als es kriegt. Jede Seele braucht mehr Wärme als sie kriegt. Und das Herz braucht Liebe. Möchte lieben. Da. Ein Kind. Es schaut neugierig. Was sieht es? Es sieht Menschen, die sich ihrem Alltag ergeben fühlen. Seine Blicke werden erwidert. Ein Lächeln. Ein leichtes Aufblühen. Es ist unsere Zukunft, dieses Kind. Wie wird es leben? Wie wird es hier leben? Wird es hier leben? Wird es sich reiben, aufreiben? Ich mag die unverhofften, ungeplanten Berührungen. Wenn zwei Blicke sich treffen, und du siehst keine Leere im Blick des anderen. Meist, meist ist es Leere. Bevor sich der Blick wendet, der Kopf dreht. Jeder bei sich. Jeder allein. Alle auf einem Raum. Und dann ein erwiderter Blick. Das gibt Wärme. Das gibt Hoffnung. Für das Kind. Für die Erde. Für die Menschheit.

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