queap - neurosemantisches suchen
die auf neuroinformatik basierte suchmaschine queap baut die fähigkeit unseres gehirns nach, assoziationen zwischen beliebigen inhalten zu setzen. wie mächtig so ein tool ist, das nicht auf verlinkung basiert?
ade dem page-rank, denn er ist auf links angewiesen. die ursprungsidee ist nicht dumm: wir menschen verlinken inhalte, die wir mit anderen inhalten assoziieren. wir sind die validierer der beziehung zwischen zwei seiten. darauf basiert der pagerank. lange sind jungfreudigen zeiten, in denen nur wir menschen verlinkten, vorbei. die heutigen bots setzen links mit zunehmender raffiniertheit - und davon abgesehen: wer kohle hat, schafft so viel verlinkung zu sich, dass er oben in der suche steht.
queap soll da anders sein.
es setzt inhalte in relation zu einander, ähnlich neuralen netzen in unserem gehirn, und das seiten- und site-übergreifend. daraus bilden sich assoziative wolken. anhand ihrer beschaffung wird die relevanz errechnet. somit ist die relevanz nicht abhängig vom pagerank. ade dem page-rank, man braucht ihn nicht mehr.
wie gut dies funktioniert, werde ich hoffentlich bald testen dürfen, vorausgesetzt, ich kriege den zugang zur closed beta.
neuronale netze. ich liebe die biologie, die natürlichen strukturen und systeme - habe ich das schon erwähnt? nicht umsonst hatte ich biologie im abi. fachbegriffe waren nicht meine stärke, dafür eine schnelle auffassungsgabe von zusammenhängen. wir brauchen mehr von der biologie, überall. die technologie muss sich zunehmend selbst verwalten können, information ebenfalls.
vielleicht schon morgen darf ich dieses tool ausprobieren - bin sehr gespannt, wie gesagt. wie ich auf queap komme? heute abend wurde diese suchmaschine auf dem webmontag in düsseldorf vorgestellt. dank an Tim für die einladung, und Roy, Klaus und dem rest des teams viel erfolg!
atoll
sub-topic listing: einträge zu untergeordneten topics auflisten
management der informationsflut
shouting
vw-35-stundenwoche auf dem bierdeckel
Kommentare
2008-10-14
Ich bin ja skeptisch, was den möglichen Erfolg einer solchen Suchmaschine betrifft. Zwar halte ich neuronale Netz für ein mächtiges Werkzeug, ob sie aber im Stande sind weitaus bessere Suchergebnisse zu liefern als der Page Rank wage ich zu bezweifeln.
Ein weiterer Schwachpunkt neuer Suchmaschinen: Man erwartet halt, dass sie genausoviele Webseiten indiziert hat, wie Google. Das ist schon eine rein quantitative Herausforderung, vorausgesetzt des Unternehmensziel ist kein Exit-Szenario.
Und als drittens glaube ich das Suchmaschinen in den kommenden Monaten und Jahren an Bedeutung verlieren werden. Das Semantic Web ist da. Was brauchen wir da noch Suchmaschinenen?
2008-10-14
skepsis ist hier auf keinen fall verkehrt. und meine schwärmerei steht unter der prämisse, dass meine erwartungen erfüllt werden, was suchergebnisse angeht.
ich glaube allerdings, dass eine technologie, inhalte neurosemantisch auszuwerten, durchaus mit dem semantischen netz einhergeht. neuronale netzwerke sind in der natur zuerst entstanden, und auf denen dann unsere kognitiven fähigkeiten. sozusagen zuerst die hardware, dann die software. insofern denke ich, dass es für unser semantisches netz gar nicht verkehrt ist, diese art von "hardware" zur verfügung zu haben.
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