konnexus.net http://konnexus.net Digital Heimat of Konstantin Weiss de <![CDATA[Komplexität und Zentralismus]] /2012/01/komplexitaet-zentralismus

Je komplexer Technologie wird, desto zentralistischer wird alles organisiert. Denn mit wachsender Komplexität braucht man Leute mit immer tieferer Expertise, um die Technologie zu warten. Je komplexer eine Technologie wird, desto weniger Experten gibt es dafür. Wenn die Technik simpel ist, kann sie dezentral organisiert werden. Jeder kümmert sich um seinen eigenen Garten, seine eigene Einheit.

Am Beispiel Auto:

Früher hat mein Grossvater sein Auto mehrmals im Leben komplett auseinander genommen und wieder zusammengebaut. Einzelne Teile hat er selbst in seiner Werkstatt anfertigen können. Heute muss ich mein Auto zur Werkstatt fahren, wenn das Lämpchen "Service" leuchtet. Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist. Ich bin auf die Werkstatt meiner Automarke angewiesen.

Am Beispiel Möbel:

In seiner Werkstatt hat mein Vater noch einen alten Schrank, der schon zig Umzüge hinter sich hat. Er ist nicht nur aus Massivholz, sondern lässt sich mit einem einzigen, generischen Nagel auseinander- und wieder zusammenbauen. Freunde von uns haben neulich einen Schrank einbauen lassen, der nur an der Decke und an der hinteren Wand, nicht am Boden befestigt ist. Der Einbau dauerte anderthalb Tage, von Profis gemacht.

Am Beispiel Rechner:

Ein Freund schwärmt immer noch davon, dass er seinen alten IBM Thinkpad nicht nur komplett auseinander schrauben kann, sondern auch heute noch Ersatzteile direkt von Zulieferern bestellen und einbauen kann. Mein iPad ist monolthisch.

Am Beispiel Web:

Nach dem Upgrade vom CMS Drupal 6 auf Drupal 7 sind nicht wenige Entwickler abgesprungen, weil das System ungleich komplexer und deshalb sowohl für das Upgraden der Software als auch für Einlernen neuer Entwickler ungleich schwerer geworden ist.

Thu, 19 Jan 2012 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss /2012/01/komplexitaet-zentralismus at http://konnexus.net
<![CDATA[Computer named TV]] 2012/01/computer-tv

While buying a TV, my 2-year-old son pointed at the giant screen and said with obviousness: "Big computer.". Wanting to correct him at first, it struck me how right he was. So I replied: "Yes, son. This computer is called a TV."

Fri, 13 Jan 2012 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2012/01/computer-tv at http://konnexus.net
<![CDATA[File-Based Web Services and Software]] 2012/01/file-based-web

Since I built my own file-based blogging system Blogracer, more and more file-based systems and servies pop up. While I don't think the file-based approach will have a big impact on the web, I really appreciate this development. Seems as if my concept must have some substance.

If you know any other service or software, please drop a comment.

Scriptogr.am

  • blog service
  • dropbox sync, manually
  • markdown text syntax
  • has a web backend
  • free

Calepin

  • cms service
  • dropbox sync
  • markdown text syntax
  • free, with paid custom domains

Droppages

  • cms service
  • dropbox sync, automatically
  • markdown text syntax
  • text-format is custom
  • free, with paid custom domains

Kirby

  • cms software
  • ftp upload
  • markdown and own text syntax
  • paid

Stacey

  • cms software
  • ftp upload
  • free, open source

Base.io

  • cms software
  • dropbox sync, automatically
  • markdown text syntax
  • closed beta for now

Nihil

  • blog software
  • ftp upload
  • markdown text syntax
  • available on github (can't find the link)
Wed, 11 Jan 2012 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2012/01/file-based-web at http://konnexus.net
<![CDATA[Happy 2012]] 2012/01/happy-2012

Wishing your family and you a year filled with love, laughter and happiness!

Sun, 01 Jan 2012 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2012/01/happy-2012 at http://konnexus.net
<![CDATA[Stadtströme]] 2011/12/stadtstroeme

Srömen. Erschöpfen. Stimmen. Dächer. Sirenenlichter. Wege. Bauten. Wogen. Flut. Sterne. Fahnen. Glas. Leuchten. Reflektionen. Lächeln. Neugier. Weit geöffnete Augen. Funkeln. Berührt werden. Weiter strömen.

Giant von the bad plus. Ich werde dieses Musikstück nicht aus meinem inneren Ohr los. Es begleitet mich seit Stunden, seit Tagen. Und damit verbunden - Bilder. Bilder der Stadt. Bilder von uns.

Die Stadt. Sie ist lebendig. Menschen bewegen sich. Sie pendeln. Es zieht sie irgendwohin. Es zieht sie von A nach B. Von B nach D. Von Z nach Y nach A. Sie strömen. Sie strömen stetig. Dann mit Unterbrechung. Dann plötzlich hektisch. Dann Stillstand. Dann wieder weiter. Die Menschen. Sie reiben sich aneinander. Sie quetschen sich durch enge Gassen und Metroröhren. Sie kümmern sich nicht um andere, und sind doch ständig in Berührung mit ihnen. Die Menschen. Sie sehen einander nicht an. Sie suchen die Ruhe in der Weite. Alltagshektik. Alltagstrott. Alltagspendeln. Da ein Blick. Der Blick in die Ferne. Auf die Berge? Auf's Meer? Da ein Blick. Ein Blick in die Augen eines anderen. Zufällig? Keine Zeit. Und weiter. Man wird getrieben. Und treibt selbst. Treibt an. Treibt wohin? Die Menschen reiben sich an einander. Reiben sich aneinander auf. Reiben sich wund. Lecken ihre Wunden. Und strömen weiter. Manche geschmeidig. Andere angriffslustig. Es ist eng. Jedes Ego braucht mehr Platz als es kriegt. Jede Seele braucht mehr Wärme als sie kriegt. Und das Herz braucht Liebe. Möchte lieben. Da. Ein Kind. Es schaut neugierig. Was sieht es? Es sieht Menschen, die sich ihrem Alltag ergeben fühlen. Seine Blicke werden erwidert. Ein Lächeln. Ein leichtes Aufblühen. Es ist unsere Zukunft, dieses Kind. Wie wird es leben? Wie wird es hier leben? Wird es hier leben? Wird es sich reiben, aufreiben? Ich mag die unverhofften, ungeplanten Berührungen. Wenn zwei Blicke sich treffen, und du siehst keine Leere im Blick des anderen. Meist, meist ist es Leere. Bevor sich der Blick wendet, der Kopf dreht. Jeder bei sich. Jeder allein. Alle auf einem Raum. Und dann ein erwiderter Blick. Das gibt Wärme. Das gibt Hoffnung. Für das Kind. Für die Erde. Für die Menschheit.

Wed, 28 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/stadtstroeme at http://konnexus.net
<![CDATA[Container]] 2011/12/container

Container haben unsere Welt verändert. Und ein wenig haben sie auch meine Denke verändert. Hier ist der Versuch, meine Faszination in Worte zu fassen.

Der Container

Im Grunde ist ein Frachtcontainer ein ganz simples Ding. Ein Behältnis, aus robuster Hülle gebaut, in das etwas hinein getan werden kann.

Die Hülle Das Behältnis gibt es in nur ganz wenigen, standardisierten Abmessungen. Es gibt diese Standard-Container, die einfach nur die Hülle haben. Und dann gibt es noch Spezialcontainer. Zum Beispiel Kühlschränke. Die Kühlvorrichtung ist im Container eingebaut. Oder für Flüssigkeiten. Oder für zerbrechliches Matial.

Der Inhalt Fülle rein, was du willst. Den Inhalt kann man frei bestimmen. Solange er die Abmessungen der Hülle nicht überschreitet, kann man ihn hineinfüllen. Das ist das Grossartige am Container: der Container diktiert die Art des Inhalts nicht. Der Container diktiert die Struktur des Inhalts nicht. Es sei denn, es ist ein Spezialcontainer, für eine bestimmte Inhaltsart gemacht. Was bedeutet, dass die Hülle den Inhalt unterstützt, nicht eingrenzt.

Hülle und Inhalt Der Container als ganzes ist in sich komplett. Er ist autark. Die gesicherte Fracht braucht i.d.R. keine Einwirkung von Aussen, um zu lagern.

Die Container

Container kann man stapeln. Dafür sind eine Art Knoten an den Container-Ecken vorgesehen, die man zusammenmontiert. Da ist keine Raketentechnologie. Es ist so simpel, und deshalb so robust. Da die Abmessungen genormt sind, passt Container A auf Container B. Unabhängig vom Inhalt. Unabhängig von der Herkunft. Unabhängig vom Zielort.

Transport

Container sind zum Transport von Inhalten gemacht. Mit ihnen bekommt man den Inhalt sicher von A nach B. Spezielle Inhalte ausgenommen, kann der Container bliebige Strecken zurücklegen. Er ist auch nicht abhänigig von der Zeit. Ob der Transport lange dauert oder schnell geht, ist dem Container egal.

Es ist für den Container unerheblich, mit welchem Transportmittel er bewegt wird. Ob Schiff, Zug oder LKW. Ihm ist es nicht wichtig, mit welchem Kranmodell er hochgenommen und abgesetzt wird. Die Art der Verladung ist ihm gleich. Das heisst, dass die Infrastruktur rund um den Container ausgetauscht werden kann. Sobald sie auf Containerstandards (Abmessungen, Gewicht etc.) fusst, ist sie brauchbar. Die Kräne, Fahrzeuge, Lagerstätten - sie alle können von unterschiedlichen Anbietern kommen, unterschiedlich gebaut sein, unterschiedliche Ressourcen verbrauchen, unterschiedlich aufwändig sein und unterschiedlich kosten.

Der Container kann und wird beim Transport von A nach B von mehreren Transportmitteln hintereinander bewegt werden. Der Container bestimmt also nicht, welcher Carrier ihn trägt. Der Container bestimmt nicht über Transportweg oder -zeit. Der Container bestimmt noch nicht einmal das Ziel. Er hat aber den Verladeort des Inhalts, also einen "Ursprung".

Lieferung

Eine Frachtlieferung kann in einem oder mehreren Containern transportiert werden. Wird sie in mehreren Containern transportiert, können die Container auf einem oder unterschiedlichen Wegen von A nach B kommen. Das ist dem einzelnen Container egal.

Lieferungen können kombiniert werden. Braucht der eine Supermarkt 12 Container Bananen und ein anderer 18, können die 30 Container Bananen vom Ursprungsland zusammen verschifft und dann im Zielland aufgeteilt werden.

Containerisation

Die meisten klugen Leute der Container-Anfangszeit haben nicht vorausahnen können, welch weitreichende Wirkung die Container auf Handel, Wirtschaft, Machtordnungen in der Welt haben würden. Ohne Container-Standardisierung gäbe es keinen solchen wirtschaftichen Aufschwung im fernen Osten. Ohne würden wir keine Bananen im Supermarkt haben, selbst die Supermärkte wären anders. Ohne hätte Dänemark keine 30% BIP durch eine einzige Firma. Und ich würde mich nicht über Bewegungen wie das Shipping Container Architecture freuen, z.B. das FREITAG Tower.


Diese ganzen Eigenschaften faszinieren mich, wenn ich sie übertrage und darauf prüfe, wie sie für das Web anwendbar sein können. Nicht für die technische Architektur des Internets, sondern für das Web mit seinen Inhalten, Darstellungsformen, der zwischenmenschlichen Kommunikation im Netz.

Thu, 22 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/container at http://konnexus.net
<![CDATA[Frohe Weihnachten 2011]] 2011/12/frohe-weihnachten-2011

Liebe Freunde, liebe Leser, Euch allen wünsche ich entspannte und glückliche Festtage.

Tue, 27 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/frohe-weihnachten-2011 at http://konnexus.net
<![CDATA[Prinzipien für Daten im Netz]] 2011/12/daten-prinzipien

Wenn ich mir aussuchen könnte, wie Daten allgemein im Netz abgelegt sind, hätte ich ein paar Eigenschaften als Wunsch.

Zunächst einmal: Von welchen Daten spreche ich? Für mich sind es vor allem Texte und Bilder, Video und Audio. Weniger irgendwelche Statistiken und Tabellen. Für mich interessant sind in erster Linie festgehaltene Geschichten, weniger Warenhaus-Datenbanken.

Hier sind die Prinzipien, die mir am Herzen liegen:

  1. Die Daten liegen offen und können durch eine URL erreicht werden. Sie werden plain im Browser angezeigt. Wir Menschen können sie leicht lesen und verstehen. Wir können sie kopieren nach Belieben weiterverwenden.

  2. Die Daten sind wiederverwendbar. Wir können darauf verweisen, statt sie zu kopieren. Wenn wir die Daten auf unsere Websites stellen, können wir sie von ihrem Ursprung aus ziehen. Die Daten sind auch verwendbar durch Maschinen, nicht nur durch Menschen. Zumindest bis zu einem gewissen Grad.

  3. Die Daten sind langlebig. Sie sind leicht zu öffnen und zu speichern. Lokal oder irgendwo sonst. Sie sind leicht zu migrieren. Auch in 20 Jahren. Sie sind nicht gebunden an ein System. Sie sind nicht gebunden an ein Programm.

  4. Die Daten lassen sich auf ihren Ursprung zurückführen. Man kann sehen, wer ihr Autor ist. Ihre Quelle ist bekannt und für jeden ersichtlich.

  5. Eine freie Lizenz (GPL, Creative Commons etc.) fehlt hier noch. Die ganzen anderen Prinzipien nützen nichts, wenn Datenzugang von Rechteinhabern oder Monopolen künstlich verknappt wird. (Ergänzung von n¦tropie)

Technisch und strukturell gibt uns das Netz gute Voraussetzungen genau dafür. Wir müssen wie nur (weiterhin) nutzen.

Wed, 21 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/daten-prinzipien at http://konnexus.net
<![CDATA[Coding-Hände]] 2011/12/coding-haende

Ich: Hi. Ich muss Dir mal von meinem neuen Experiment erzählen. [Erzähl...]
Er: Wäre besser auf Javascript-Basis.
Ich: Ich hab wenig Ahnung, wie ich das coden sollte.
Er: Ich baue mal einen Prototypen.
Ich: Im ernst? Hast Du überhaupt Zeit dafür? Sogar in den nächsten Tagen?
Er: Ist in ner Stunde fertig.

Nach einer Stunde

Er: Fertig. Schau mal drüben.
Ich: Wow.

Die Lösung ist doppelt bis vierfach so performant.

Dafür liebe ich Entwickler. Dafür liebe ich ihre Fähigkeit, mit beiden Händen in den Code zu tauchen und etwas aus dem Boden zu stampfen.

Wed, 21 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/coding-haende at http://konnexus.net
<![CDATA[Design im Firebug]] 2011/12/design-im-firebug

Er: Ich will ABC verändern. Das finde ich konzeptuell eigentlich besser. Aber. Dann wird XYZ.
Ich: Zeig mal Dein Design. Hast du eins?
Er: Moment. Kann ich im Firebug bauen. :-)

Thu, 15 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/design-im-firebug at http://konnexus.net
<![CDATA[Powered by Blogracer]] 2011/12/powered-by-blogracer

Seit Vorgestern, dem 12.12.2011, ist der Blogracer die Engine für ein weiteres Blog. Martin Heike nutzt ihn für sein persönliches Magazin auf flovv.de.

Martin hat sein eigenes Theme gemacht und einiges an Funktionen rausgeschmissen. Ich dachte der Blogracer ginge nicht schlichter – falsch gelegen. Und ich finde es passt sehr gut zu Martins Gedanken.

Martins Feedback bisher:

Es läuft und ich finde es toll.

Das macht mich sehr glücklich - und auch ein wenig stolz.

Wed, 14 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/powered-by-blogracer at http://konnexus.net
<![CDATA[Den Startscreen leeren]] 2011/12/startscreen-leeren

Kennt ihr das auch: Google Chrome aufmachen und auf einen "meistbesucht"-Teaser klicken, noch ehe man sich erinnert, was man eigentlich nachgucken wollte?

Gerade diesen Artikel gelesen:

Mitdenken ist kaum mehr notwendig, weil alles schon geplant wurde. Miterleben ist nur noch schwer möglich, weil wir, an der Planung orientiert, in Gedanken schon längst der aktuellen Situation enteilt sind. Welches ist das optimale Ziel, und wie verläuft die perfekte Route dorthin?

Dinge finden nicht statt, wenn sie sich nicht vorher bequem mit dem Telefon planen lassen.

Und mein Smartphone etwas modifiziert. Seine "Startseite". Mal sehen, wie lange ich darauf Bock habe.

Vorher – Nachher:

Wed, 14 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/startscreen-leeren at http://konnexus.net
<![CDATA[Prinzipien für das Web unserer Kinder]] 2011/12/web-prinzipien

Welches Netz wünsche ich mir und unseren Kindern?

Offenheit

Ich möchte freie Wahl des Zugangs zum Netz. Ich möchte offene Speicher und Datenformate. Ich möchte offene Maschinen und Schnittstellen. Ich möchte offengelegtes Knowhow über all das. So dass Kinder alles lernen können von Kindes an. (Wie) Lesen und Schreiben.

Dezentralität

Es soll nicht abhängen von einigen wenigen. Ich möchte, dass Daten fliessen und dass Jeder sich dafür entscheiden kann, welche Dienste er dafür benutzt. Ich möchte, dass man nicht abhängig ist von einem Anbieter oder Knoten oder Service oder einer Firma oder Institution. Und wie das Internet konzipiert ist, nämlich dass ein Knoten ausfallen kann, ohne dass das Internet insgesamt davon beeinträchtigt wird, so möchte ich auch dass es mit der Kommunikation im Web ist. Keine Abhängigkeit von einem oder wenigen Social Network Anbietern. Keine Abhängigkeit von einem oder wenigen grossen Daten-Aggregatoren und Filterern (z.B. Suchmaschinen). Dazu gehört auch die freie Wahl des Zugangs zum Netz.

Content-Ownership

Eine Sache, die ich in all den Digital-, Online-Jahren gelernt habe, ist: Daten in Silos werden früher oder Später zu einem Problem. Es sei denn, dieser Content ist irrelevant, was auch häufig genug der Fall ist. Nicht selten kann man das erst mit den Jahren beurteilen. Aber gesetz dem Fall, dass man den Content wirklich schätzt, sollte man die so offen wie möglich aufbewahren. Bis heute fällt mir dafür nichts besseres ein als Dateien. Viele halten das Dateisystem inzwischen für überholt, insbesondere aus Nutzersicht. Dateien haben jedoch den Vorteil, dass sie programmunabhängig sind. Einigt man auf einen offenen Standard/Format, in dem die Daten in der Datei gespeichert ist, so kann eine Software auch im Nachhinein dafür geschrieben werden, diese Daten auszulesen und zu manipulieren.

Reparierbarkeit

Ich möchte, dass ich selbst, oder unsere Kinder, das Netz reparieren können. Ich möchte, dass sie die Maschinen, die sie benutzen, auch öffnen und anpassen können. Dass sie selbst Maschinen schreiben, die mit anderen Maschinen und (offenen) fremden Daten kompatibel sind.

Kompatibilität

Ich möchte, dass es (weiterhin) Standards gibt. Der Datenspeicherung. Der Protokolle und APIs zwischen den Maschinen.

Austauschbarkeit

Aus Dezentralität, Offenheit und Kompatibilität geht hervor, dass ich einen Speicher, eine Maschine und Daten austauschen kann. Ich kann von Dienst A zu Dienst B wechseln. Und ich kann selbst Dienst C erstellen.

Menschenfreundlichkeit

Ich möchte, dass die Maschinen, und insbesondere die Daten und Datenströme, von Menschen lesbar und verständlich sind. Und zwar nicht nur von Experten. Ich möchte, dass ein Kind und ein Erwachsener, der eine E-Mail lesen und schreiben kann, auch seine Website lesen und schreiben kann. Und zwar ohne, dass sie durch x Prozesse geschleift werden und man nicht weiss, wo und wie sie jetzt eigentlich gespeichert sind. Ich möchte, dass auch die Maschinen so verständlich sind, dass man sie verstehen kann. Ein Laie, nicht ein Profi-Programmierer. Selbst wenn man selbst so etwas nicht herstellen kann, doch zumindest sowohl das Prinzip als auch die Ausführung. Das Beispiel hinkt, trotzdem: Auch wenn ich ein Messer nicht herstellen kann, sehe ich, wie es schneidet, und was "schneiden" ist.

Sun, 11 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/web-prinzipien at http://konnexus.net
<![CDATA[Oxymorone des Kapitalismus]] 2011/12/kapital-oxymorone

Eigentlich bedeutete ursprünglich "Ökonomie" die Abwesenheit von Abfall. Man ging mit dem, was man hatte, ökonomisch um, nutzte es also bestmöglich und so verwendete möglichst alles wieder.

Das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir in der heutigen Welt haben. Denn Müll entsteht vor allem dann, wenn man alte Sachen nicht repariert, sondern wegschmeisst und neue konsumiert. Was kapitalwirtschaftlich gesprochen das einzig Richtige ist, denn nur so haben wir Konsum, und also wirtschaftliches Wachstum.

Ausserdem: Brutto-Inlands-Produkt ist nach heutigen Normen ein starker Indikator für unsere "Lebensqualität". Daraus folgt: je mehr Geld für Medikamente ausgegeben wird, desto grösser ist der BIP der Sparte Gesundheit. Desto gesünder sind wir also nach den heutigen Massstäben. Daher sind nach diesen Messparametern die US-Amerikaner mit die gesündesten der Welt.

Fri, 09 Dec 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/12/kapital-oxymorone at http://konnexus.net
<![CDATA[Inhaltlich spannend]] 2011/11/inhaltlich-spannend

Ich: Wie lief das Meeting?
Er: Gut. Spannendes Thema. ... Die sind interessiert weil wir auch XY produzieren können.
Ich: Ach sooo, deshalb interessant. Ich dachte schon - interessant, weil inhaltlich spannend.
Er: Geld verdienen ist übrigens auch ein interessanter Inhalt.

Fri, 18 Nov 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/11/inhaltlich-spannend at http://konnexus.net
<![CDATA[Die Strassenbahn-Zeitung]] 2011/11/tram-zeitung

Da steht der Herr und schlägt seine gefühlt 70x90cm grosse Zeitung auf. Liest gemächlich. In einer überfüllten Strassenbahn, die ausgebreitete Zeitung drei Stehplätze einnehmend. Ich höre meine Steh-Nachbarin atmen.

Bricht bald eine Zeit an, wo die Frau nebenan dem Herren empört zuruft, er solle die Nachrichten gefälligst auf seinem Smartphone lesen? Werde ich Papierzeitung im öffentlichen Raum vermissen?

Ich schaue den Herrn wieder an. So surreal.

Thu, 17 Nov 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/11/tram-zeitung at http://konnexus.net
<![CDATA[iPads statt]] 2011/11/ipads-statt

Sie: Bei uns in der grossen Versicherung wollen die jetzt iPads für jeden einführen.
Ich: Statt Laptops?
Sie: Statt Drucker.

Wed, 09 Nov 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/11/ipads-statt at http://konnexus.net
<![CDATA[Eine andere Welt auf Deine Kosten]] 2011/11/auf-deine-kosten

Gestern mal ein paar Politiker und Ökonomen reden gesehen. Jetzt geht also alles Geld "für die Griechen" zu den Banken, kein Cent bleibt bei einem Griechen. Ein Gedanke kam mir dann:

Wann immer dir einer erzählt, dass er in einer anderen Welt lebt, viel zu komplex zu verstehen und anderen Regeln folgend, dann lebt er vermutlich auf deine Kosten.

Mon, 07 Nov 2011 08:00:00 +0100 Konstantin Weiss 2011/11/auf-deine-kosten at http://konnexus.net