begriff: thoughts

 

meine gedanken, aufgeschrieben. roh, unvollendet, gern radikal, hoffentlich inspirierend, selten konkret. ein notizblog von Konstantin Weiss, angereichert mit meinem begriffs-lexikon.

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konnexus.net ist ein experiment: informations-aggregation, filterung und semantische zuordnung von topics. basierend erstmal auf meinen bookmarks und meinen aufgeschriebenen gedanken. für mehr info siehe about.

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einträge zu »thoughts«

  

wie komisch wir alle für fremde wirken müssen. keiner guckt einander in die augen. statussymbole ersetzen den einen part der kommunikation. und der andere wird durch transaktionen getätigt: durch kaufen und verkaufen.

  

ich bin offline gegangen. hat einige gründe. hier die, die mir sofort einfallen:

  • ich brauche ein tagebuch. einen ort, wo ich gedanken reinschreiben kann, ohne rücksicht auf verluste. ohne dass ich mir darum gedanken machen muss, ob es jemand liest und nachher was damit anstellt.
  • ich will trotzdem vernetzen. ich will mein lexikon nicht missen.
  • es las sowieso kaum einer das blog. es offline zu nehmen ist kein verlust für die welt, aber eine bereicherung für mich.
  

ich bin zu der meinung gekommen: der kölner dom ist nicht schön. ja, er ist protzig. er ist groß, und er ist hoch. aber was hat man von dieser höhe? wenn man in seiner nähe steht, sieht er für mich aus wie ein großer, vom wetter gepeitschter felsen. die ganzen verzierungen sehen eher wie flecktarn einer felsformation aus. und die höhe sieht man nicht, wenn man davor steht. wenn man rein geht, ist er eng. hohe decken zwar. und die fenster sind zum teil imposant. auch der schnitt ist wesentlich besser als von manch anderer kirche (bambergs zum beispiel), aber die größe geht völlig abhanden.

 

gerade Syriana geguckt. was mir dabei wieder bewusst geworden ist:
es ist schön und gut, zu gewinnen bei dem job, den man tut. aber dann spielt man immer noch nach regeln anderer.
es ist wesentlich bedeutender selbst die regeln aufzustellen, nach denen man spielt oder andere spielen.

  

ich stimme ben_'s gedanken voll und ganz zu: die coder sind die dichter von heute. und das passt auch dazu, was Peter Wippermann sagt: algorithmen bestimmen heute die sprache, und somit kultur und ästhetik.

was mich daran wurmt: dass ich noch zu wenig vom coden verstehe. dass ich es nicht im schlaf beherrsche. dass mehr zeit mit dem "wie" statt mit dem "was" verbringe. an dieser stelle wäre es angebracht, dieses handwerk zu lernen.

 

gerade läuft Hable con Ella, und plötzlich kommt mir der gedanke: dieser ganze film ist eine einzige, auf anderthalb stunden wunderschön gestreckte zeitlupenaufnahme der letzten szene aus Romeo und Julia. dort, wo Julia das mittel nimmt, was sie tot erscheinen lässt, Romeo sich daraufhin vergiftet und sie wieder aufwacht. So ist es doch auch in diesem film, nur dass Alicia im koma liegt, und Benigno sich auch ins koma legt, dabei aber an überdosis des mittels stirbt, und daraufhin "Julia" aufwacht.

  

meine erkenntnisse aus dem jahr 2008, was konnexus.net betrifft, sind ziemlich durchmischt. hier eine unvollständige liste:

gedanken-häufigkeit - ich habe gar nicht so viele gedanken mitzuteilen, dass sie nur so sprudeln. wenn ich viel arbeite, sprich einiges an überstunden mache, sind teilenswerte gedanken eher rar.
fazit: ich kann ruhig mehr zeit daran investieren, diese gedanken genauer zu beschreiben, verständlicher zu machen. liebe stecken in bilder, zitate, quellen etc.

 

ich bin wieder bei Illian, der sich final auf seine letzte prüfung des ersten staatsexamens vorbereitet. biologie ist auf dem programm. meine aufgabe dabei ist etwas schwammig - ich helfe ihm, inhalte zu strukturieren, recherchiere zu bestimmten themen, die er noch nicht behandelt hat.

dabei merke ich wieder, wie ich eigentlich lerne.

 

Clay Shirky erzählte schon vor einer weile über ein desaster einer person, die auf facebook ihren status von "verheiratet" auf "single" stellt und alle "freunde" plötzlich davon mitkriegen.
ich denke, es ist nicht des netzes schuld. wir menschen müssen lernen damit umzugehen, dass jeder alles zu jedem zeitpunkt von dir weiß. wir müssen aber dahin kommen, dass keine manipulation des ansehens eines menschen möglich ist, indem man information über ihn verzerrt verdichtet und dann publiziert. vielleicht gelingt es uns durch neue kulturtechnologien, sie müssen nur gewollt sein.

 

If you keep shouting,
you are not making
communication any better.
You are only removing
talking and whispering
from the system."

Bruno Monguzzi

via www.rkstudio.dk